
Wald-Vereins-Wanderung von Schleicher nach Ludwigsthal

Hart im Nehmen waren die 23 Wanderer der Wald-Vereinssektion Zwiesel, die sich trotz dichten Schneetreibens nicht abhalten ließen, die traditionelle Faschingsdienstagswanderung mitzumachen. Wanderwart Martin Weinberger hatte dafür eine kleinere Tour ausgesucht.
Warm eingepackt, mit Stöcken, „Grödeln“ und festem Schuhwerk, traf man sich am Parkplatz Schleicher. Unterwegs erfuhren die Wanderer durch Martin Weinberger interessante geschichtliche Details über den Schleicher und den nahen ehemaligen Glasmacherort Ludwigsthal. Der Name „Schleicher“ stammt von dem durch den Weiler fließenden Schleicherbach und erhielt diesen Namen nach dem 1. Weltkrieg.

Auf gut geräumten Wegen ging es durch die Winterlandschaft des Tierfreigeländes Falkenstein in Richtung der Steinzeithöhle, die von einigen besichtigt wurde. Man kam auch am Freigelände für Auerochsen und Wildpferde vorbei. Mit Blick auf den Ort Ludwigsthal erzählte Martin

Weinberger über dessen bewegte Glasmachergeschichte. Erbaut hat die Glashütte im Jahre 1826 Georg Christoph Abele in „Bazelreithen“, wie die Ortschaft damals hieß. 1827 wurde diese Hütte zu Ehren des bayerischen Königs Ludwig I. in Ludwigsthal umgetauft.
Das heute denkmalgeschützte Schloss Ludwigsthal wurde 1830 von dem damaligen Spiegelglasfabrikanten Georg Christoph Abele erbaut und 1876 drei Monate von Prinz Otto von Bayern bewohnt, der hier zur Genesung weilte. 1916 wurde das Schloss nach einem Brand in Arbeiterwohnungen umgebaut und diente ab 1946 als Unterkunft für Heimatvertriebene. Seit Jahren hat nun der Verein Pro Nationalpark das Schloss gepachtet und es grundlegend renoviert. Es wird für unterschiedlichste Veranstaltungen genutzt.
Der Spaziergang führte weiter zum Haus zur Wildnis und nach einer kurzen Rast zurück zum Parkplatz Schleicher. Hier dankte Evi Haller Wanderwart Martin Weinberger für die Durchführung der Wanderung. Dann freute man sich auf den Faschingskehraus „Beim Pfarrer dahoam“, wo man bis in die Abendstunden fröhlich feierte und die Einlagen der Fidelia genoss.
von Marianne Hirschbold
