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Die Ausflügler vor der mächtigen Burgruine, die auf einem dominanten Felsenhügel über Kallmünz, der „Perle des Naabtales“, thront.

Unterwegs in der Toskana der Oberpfalz

Erste Kulturfahrt des Wald-Vereins führte nach Kallmünz

Die Ausflügler vor der mächtigen Burgruine, die auf einem dominanten Felsenhügel über Kallmünz, der „Perle des Naabtales“, thront.

Wunderschön war nicht nur das Wetter, sondern auch die erste Kulturfahrt des Wald- Vereins nach Kallmünz, genannt die „Perle des Naabtales“. Organisiert worden war die Fahrt von Kulturwartin Ursula Stober. Mit dem Bus der Firma Lambürger und Fahrer Robert machte man sich frühmorgens auf den Weg. Ihren Beinamen hat das Städtchen wahrlich verdient: Malerisch und traumhaft schön gelegen am Zusammenfluss von Vils und Naab präsentierte es sich den Ausflüglern. Überragt wird Kallmünz von einer mächtigen Burgruine, die auf dominanten Felsen ruht und die einen fantastischen Blick in die traumhafte Umgebung mit der frühlingshaft erwachenden Natur bot.

Kallmünz
Die „Perle des Naabtals“

Die Altstadt mit ihren verwinkelten kleinen Gässchen, den farbigen, liebevoll renovierten Häusern und dem Marktplatz hat sich weitgehend ihren mittelalterlichen Charme bewahrt. In einer reizvollen Umgebung liegend, die auch „Toskana der Oberpfalz“ genannt wird, präsentiert sich Kallmünz von seiner schönsten Seite. Marktführer Bernhard nahm die Ausflugsgruppe in Empfang und zeigte ihr die interessantesten Sehenswürdigkeiten seines Wohnortes.

Erstmals erwähnt wurde „Calmünz“ 983 und war seit 1188 Vogtei der Wittelsbacher Herzöge, die hier eine Reichszollstätte errichteten. Der 1283 zum Markt erhobene Ort wurde im Schutz der Burg zum wichtigsten Stützpunkt der Wittelsbacher und die Geschäfte der unterschiedlichsten Zünfte reihten sich Haus an Haus. Diese schmiegen sich eng an die mächtigen Felsen – sie waren und sind bis heute der Gefahr von Felsstürzen ausgeliefert. Mittlerweile angebrachte Stahlkonstruktionen sollen dies verhindern.

Am sehenswertesten war für die Ausflügler das Haus ohne Dach, das praktisch in eine vorhandene Felsenhöhle eingebaut wurde und bis in das 19. Jahrhundert bewohnt war. Ab 1901 bildete sich eine Künstlerkolonie von 38 Malern in Kallmünz, die sich hier teilweise dauerhaft niederließen. Am bekanntesten wurde der Ort dann durch den mehrwöchigen Aufenthalt von Wassily Kandinskys und Gabriele Münter im Sommer 1903, die sich hier kennenlernten und verlobten. Auch die Pfarrkirche St. Michael im Rokokostil lohnte einen Besuch. Die Urpfarrei der Kirche stammt aus der Karolingerzeit. Über die spätmittelalterliche „Steinerne Brücke“, erbaut 1549 bis 1558, gelangte man in den neuen Teil des Ortes.

Wanderung im Naturschutzgebiet Hutberg

Für den Nachmittag war noch eine kleine Wanderung geplant. Der Hutberg bei Fischbach ist ein 20 Hektar großes Naturschutzgebiet nordöstlich von Kallmünz. Es handelt sich um einen artenreichen Trockenhang mit Kalkfelsen, der seltene Pflanzen wie Küchenschellen und wärmeliebende Insekten beherbergt. Der Hutberg zeichnet sich durch seine ruhige Landschaft aus und ist ein bedeutender Naturraum im Vilstal. Vom Gipfel des

Gipfel des Hutbergs

Hutberges hatte man auch einen traumhaften Rundblick über die Umgebung.

Nach einer kurzen Rast machten sich die Teilnehmer auf den Rückweg per Bus. Der Ausflug war jedoch noch nicht zu Ende. In der bekannten Confiserie Seidl in Laaber hielt man zum Kaffeetrinken an und deckte sich mit herrlichen Schokoladenköstlichkeiten ein. Dann ging es zurück nach Zwiesel. Im Bus bedankte sich Wanderwart Martin Weinberger herzlich bei Ursula Stober für diesen schönen Kulturausflug, der wieder viel geboten hatte. Diese wiederum dankte Busfahrer Robert für seine ruhige sichere Fahrweise.

von Marianne Hirschbold