Maiandacht am Pfarrer Fürst-Denkmal, durch den Wald-Verein Zwiesel
Heuer hat der Wald-Verein Zwiesel wieder eine Maiandacht zu Ehren von Pfarrer Fürst abgehalten. 20 Teilnehmer sind dabei gewesen, darunter der 1. Vorsitzende Reinhard Wölfl sowie der Ehrenvorsitzende Egon Thum. Leo Kolb begrüßte die anwesenden Mitglieder und sagte Dankesworte an Diakon Walter Kraus, der Familie Michael Winterer, die ganzjährig den Weg zum Gedächtnisfelsen Pfarrer Fürst freischneidet und das Denkmal in Ordnung hält. Diakon Walter Kraus hatte Marienlieder und entsprechende Gebete mitgebracht, die verteilt wurden, so dass alle kräftig mitsingen und beten konnten. Mit einem kleinen Lautsprecher untermalte er zwischendurch immer mit meditativen Klängen die kleine Maiandacht, die hervorragend zu der dämmrigen Stimmung des Waldes passten. Zum Ende der Gedächtnisfeier bedankte sich Vorsitzender Reinhard Wölfl herzlich bei Diakon Walter Kraus und überreichte ihm ein kleines Präsent und dankte auch den teilnehmenden Mitgliedern.
Leo Kolb hat diesen interessanten Werdegang des beliebten Geistlichen, der in Zwiesel große sichtbare Spuren hinterlassen hatte, in Stichworten noch vorgelesen.
Am 14. Dezember 1876 kam Johann Georg Fürst, geboren am 29.12.1831 in Hutthurm geboren, als Pfarrer nach Zwiesel. Am 14. August 1877 war „die Installation in der Bergkirche vollzogen worden, weil die verunglückte Pfarrkirche in Schutt und Trümmern dastand“, wie Chronist Hilz berichtete. In der Bergkirche war nicht genug Platz für die vielen Gläubigen. Pfarrer Fürst ließ die Notkirche erbauen. Als im Jahre 1883 die Sektion Zwiesel des Bayer. Wald-Vereines gegründet wurde, schloss sich der Pfarrer dem Waldverein an. Im Jahre 1885 übernahm er das Amt des 1. Vorstandes der Sektion Zwiesel für 3 Jahre. Anschließend forderte der Neubau der Pfarrkirche, der „Dom des Bayerwaldes“, seine ganze Kraft. Groß begangen wurde das 25jJährige Pfarrjubiläum in Zwiesel. Bei der Jubiläumsfeier am 19. Dezember 1901 wurde Hochwürden Herrn Geistlichen Rat Fürst die Ehrenbürger-Urkunde des Marktes Zwiesel überreicht. Im Jahre 1904 konnte Stadtpfarrer Johann Georg Fürst das Goldene Priesterjubiläum feiern. Bürgermeister J.A. Röck überreichte am Jubeltag, dem 19. Juli 1904 namens des Marktmagistrates ein wertvolles Missale, um die Liebe und Verehrung zu bezeugen“. Am 22.02.1908 durcheilte die Nachricht vom Tode des beliebten Geistlichen die Stadt Zwiesel. Der Nachruf in der Zeitung des gleichen Tages schließt: „Herr Geistl. Rat Fürst, der Menschen- und Kinderfreund, Freund der Natur und des Friedens, der nicht umsonst der ‚Friedens-Fürst‘ genannt wurde“. Viele Kränze wurden an seinem Grabe niedergelegt, auch von Martin Primbs jr., dem damaligen Vorstand der Waldvereins-Sektion Zwiesel. Primbs ehrte damit nicht nur den beliebten Geistlichen, sondern auch den Ehrenvorsitzenden der Sektion. Bei der General-versammlung der Sektion im Jahre 1908 wurde beschlossen, Pfarrer Fürst eine Gedenktafel zu stiften. Im Frühjahr 1909 war diese Tafel in Eisenguss fertig und am 15. August 1909 wurde sie am Zwieselberg enthüllt.
Der Text lautet:
Dem edelsten Freunde des Waldes, ihrem unvergesslichen Vorstand und Ehrenvorstand, Hochw. Joh. Gg. Fürst, K. g. Rat, Dekan und Stadtpfarrer in Zwiesel widmet in dankbarer Anerkennung diese Erinnerungstafel auf seinem Lieblingsberg.
Die Waldvereinssektion Zwiesel: E.Thum,
Quellen: Archiv Stadt Zwiesel, I. Seyfert
Text: Marianne Hirschbold
Archiv: Wald-Verein
Bilder: Wald-Verein
