Bei hochsommerlichen Temperaturen machten sich zahlreiche Mitglieder der Wald-Vereins-Sektion
Zwiesel auf den Weg durch das idyllische Höllbachtal hinauf zur Höllbachhütte. Ziel war nicht nur ein gemütlicher Hüttennachmittag, sondern auch ein besonderer Moment des Erinnerns: die feierliche Weihe eines Totenbretts für das frühere Hüttenehepaar Sonja und Herbert Habinger.

Der Aufstieg hatte es bei der Hitze durchaus in sich. Rund 300 Höhenmeter waren zu bewältigen, bis die auf 990 Metern gelegene Hütte erreicht war. Viele Wanderer nahmen deshalb gerne das zusätzliche Angebot eines Bustransfers an. Ob zu Fuß oder mit dem Bus – oben angekommen wurden die Waldvereinler herzlich von Hüttenwirt Fritz Lemberger und seiner Lebensgefährtin Daniela Mühlbauer empfangen.

Das Wetter zeigte sich von seiner besten Seite. Bei strahlendem Sonnenschein war diesmal allerdings weniger die Sonnenbank gefragt, sondern eher ein schattiges Plätzchen rund um die Hütte. Unter den zahlreichen Gästen waren auch der 1. Vorsitzende Reinhard Wölfl, Ehrenvorsitzender Egon Thum sowie der ehemalige zweite Vorstand Bernd Brandl. Wölfl bedankte sich bei den vielen anwesenden Mitgliedern und besonders bei Fritz Lemberger und Daniela Mühlbauer für die rundum gelungene Organisation.
Ein Zeichen der Erinnerung

Im Mittelpunkt des Nachmittags stand die Segnung eines Totenbretts zu Ehren von Sonja und Herbert Habinger. Nach intensiven Gesprächen mit der Nationalparkverwaltung, für die sich besonders Bernd Brandl eingesetzt hatte, konnte das Totenbrett an der denkmalgeschützten Höllbachhütte angebracht werden. Gestaltet wurde es von Kurt Reiß.
Die feierliche Segnung übernahm Pater Binoy. Auch Lydia Fleissner, die Tochter des Ehepaares Habinger, war bei diesem besonderen Moment dabei. Zuvor erinnerte Ehrenvorsitzender Egon Thum an das große ehrenamtliche Engagement von Sonja und Herbert Habinger, die ab März 1990 bis zu ihrem Tod eng mit dem Wald-Verein und der Sektion Zwiesel verbunden waren.
Herbert Habinger prägte viele Bereiche des Vereinslebens. Er organisierte Wanderungen, darunter auch grenzüberschreitende Touren, war maßgeblich an den ersten Schneeschuhwanderungen beteiligt und plante zahlreiche Gebirgstouren. Auch bei der Kunstausstellung „Zwieseler Buntspecht“ war er eine feste Größe. Zudem kümmerte er sich stets zuverlässig um die aktuellen Mitteilungen im Schaukasten.
Auch Sonja Habinger war für den Wald-Verein eine echte Stütze. Sie packte an, wo Hilfe gebraucht wurde, und übernahm über viele Jahre hinweg zahlreiche Aufgaben ehrenamtlich. Für ihr 30-jähriges Engagement wurde sie im Jahr 2021 von Ministerpräsident Markus Söder mit einer Ehrenurkunde und der goldenen Anstecknadel ausgezeichnet.
Die Höllbachhütte als Herzensort
Ein ganz besonderer Platz im Leben der Habingers war die Höllbachhütte. Mit großer Leidenschaft kümmerten sie sich um die Hütte – bei Wind und Wetter und oft unter schwierigen Bedingungen. Sie sorgten für Holz im Winter, mähten rund um die Hütte und gestalteten das Innere mit viel Liebe zum Detail. Für viele Gäste wurde die Höllbachhütte dadurch zu einem echten „Sehnsuchtsort im Wald“.
Wie viel Arbeit und Herzblut Sonja und Herbert Habinger in diesen Ort gesteckt haben, zeigt auch ein Film von Horst Wolf aus dem Jahr 2017. Unter dem Titel „Ein Jahr geht über die Höllbachhütte“ dokumentiert er die vielen Einsätze des Ehepaares rund um die Hütte.
Ein großes Anliegen Herbert Habingers war es, für die Hütte eine gute Nachfolge zu finden. Mit Fritz Lemberger und Daniela Mühlbauer ist dies gelungen – sehr zur Freude der Wald-Vereins-Sektion Zwiesel.
Dank der Unterstützung der Nationalparkverwaltung unter der Leitung von Ursula Schuster, der Denkmalschutzbehörde sowie des beharrlichen Einsatzes von Bernd Brandl konnte das Totenbrett schließlich an der Nordwand der Höllbachhütte angebracht werden.
Pater Binoy fand bei der Segnung bewegende Worte: „Wie die Bäume des Waldes ihre Wurzeln tief in die Erde senken, so bleiben auch unsere Verstorbenen in unseren Herzen verwurzelt.“ Mit Fürbitten, dem gemeinsamen Vaterunser und dem Schlusssegen endete die kleine Andacht für Sonja und Herbert Habinger.
Zum Abschluss sprach Egon Thum allen Dank aus, die an der würdigen Gestaltung dieses besonderen Nachmittags mitgewirkt hatten. Danach genossen die Mitglieder noch bis in den späten Nachmittag hinein die besondere Stimmung an der Höllbachhütte – einem Ort, der für viele auch weiterhin ein echter Sehnsuchtsort im Wald bleibt.
