Natur, Kultur und Kulinarik begeistern die Mitglieder des Wald-Vereins

Freudig erwartet wurde auch heuer wieder die fünftägige Kultur- und Wanderfahrt der Wald-Vereinssektion Zwiesel. Diese führte diesmal in den Bregenzer Wald. So machten sich die 50 Ausflügler im Bus auf zum ersten Halt in Lindau.
Zuerst startete man bei herrlichstem Wetter eine kleine Führung durch die Altstadt, bevor man durch den malerischen Seehafen schlenderte. Dort bestieg man ein Schiff, das die Gruppe über den Bodensee nach Bregenz brachte. Dort bestaunte man die Seebühne, auf der bereits die Aufbauten für die Aufführung „Der Freischütz“ von Carl Maria von Weber liefen.

Weiter ging’s nach Mellau. Von dort aus standen am nächsten Tag Besichtigungen in St. Gallen und Appenzell auf dem Programm. So „schlängelte“ sich der Bus über das sogenannte Bödele auf den 1139 Meter hohen Losenpass, vorbei an typischen Vorsäßhäusern mit ihren unzähligen kleinen Schindelabdeckungen, nach Dornbirn in Vorarlberg. Der Blick fiel während der ganzen Fahrt auf gigantische Bergkulissen, atemberaubende Schluchten, den 2502 Meter hohen Säntis und auf die gewaltige Schweizer Bergkette. Bei Ankunft in St. Gallen schlenderte man kurz durch die autofreie Altstadt, in Richtung Stiftsbezirk mit seinen Highlights, der 1847 geweihten Kathedrale und dem Unesco-Weltkulturerbe, der Stiftsbibliothek. Beides ließ die Ausflügler ehrfürchtig staunen.

Dann ging die Fahrt weiter in Richtung Appenzell. Auf dem Dorfplatz steht eine uralte Gerichtslinde, umringt von typischen prachtvoll verzierten und bemalten Häusern, die auch heute noch von einer gelebten Handwerkskunst zeugen. Auch der Appenzeller Käse ist weltberühmt, ebenso die Lebkuchenspezialität, der Appenzeller Biber. Nach so viel Kultur ging es zurück ins Hotel.
Auch der nächste Tag war gefüllt mit schönem Programm. Diesmal war Wandern angesagt. Mit dem Bus fuhr man wieder auf einer mit vielen Serpentinen „gespickten“ Bergstraße inmitten einer herrlichen Bergkulisse auf den 1679 Meter hoch gelegenen Hochtannbergpass. Von hier begann die Wanderung vorbei am Kalbelesee zum malerisch gelegenen Körbersee. Dieser liegt wie ein kleines Juwel inmitten einer traumhaften Natur. Auf dem Weg dorthin war man begeistert von der üppigen Bergflora.
Am letzten Tag sollte die Gruppe die sanfte Landschaft des Vorder-Bregenzerwaldes kennenlernen. Wieder ging es in vielen Serpentinen zu dem denkmalgeschützten Ort Schwarzenberg des Landes Vorarlberg. Von hier stammt die weltbekannte Barockmalerin Angelika Kauffmann. Der denkmalgeschützte Dorfplatz ist umringt von noch original erhaltenen Bregenzerwälderhäusern, die ganzflächig von den typisch kleinen Schindeln bedeckt sind, die einzeln aufgenagelt werden.

In der ebenfalls denkmalgeschützten Dorfkirche von Schwarzenberg befinden sich die Gemälde der beiden Schwarzenberger Künstler Joseph Johann Kauffmann sowie seiner Tochter Angelika Kauffmann. Der Vater schuf die Kreuzwegbilder und die Hauptbilder auf den Seitenaltären und die damals 16-jährige Angelika die Apostelmedaillons in Freskentechnik. In ihren letzten Lebensjahren widmete sie ihrer Heimatpfarrei Schwarzenberg das Hochaltarbild, darstellend die Krönung Mariens durch die Heilige Dreifaltigkeit.
von Marianne Hirschbold
